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Bildungskonzepte und Professionalisierungsstrategien der Krankenpflege 1918-1933 unter besonderer Berücksichtigung protestantischer Schwesternschaften

Ulrike Gaida, M. A.
Die Jahre der Weimarer Republik waren für die Krankenpflege eine Zeit des Aufbruchs, disparater Konzepte und berufspolitischer Zersplitterung. Das Forschungsvorhaben befasst sich mit den Bemühungen protestantischer Pflegeverbände, eine formalisierte Ausbildung mit theoretisch begründeten und geprüften Ausbildungskonzepten zu entwickeln. Die Versuche, das Aus- und Weiterbildungsniveau zu steigern, mussten gegen starke Widerstände angehen. Diese Widerstände fußten einerseits in der Unklarheit des Berufskonzeptes selbst und andererseits in der Fremdbestimmung des sich entwickelnden Berufes durch die Profession der Ärzteschaft. Das Konzept des Berufes „Krankenpflege“ orientierte sich an der sogenannten „sozialen Mütterlichkeit“. Es forderte sehr hohe Leistungen im Hinblick auf Kenntnisse, Fähigkeiten und Arbeitsbereitschaft, gleichzeitig wurde jedoch wenig Wert auf die Formalisierung des Berufsbildes gelegt. Dadurch wurden Konkurrenzvorteile geschaffen, die Formalisierung des Berufes jedoch gehemmt. Wichtigste Bündnispartner der Schwestern bei der Entwicklung berufspolitischer Forderungen und der Ausformung von Bildungszielen waren die internationale Frauenbewegung und einzelne Ärzte und Politiker, die sich für die Verbesserung der Krankenpflege engagierten.