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Zum Inhalt der Ausstellung

Die Homöopathie gewinnt zunehmend an Bedeutung - nicht nur in Deutschland sondern weltweit. Das Institut für Geschichte der Medizin präsentiert zwei Ausstellungen, eine kleine und eine große, die eindrucksvoll Anfänge, Verbreitung und Entwicklung der Homöopathie beschreiben. Nur Kenntnisse der 200jährigen Geschichte dieser Heilkunde lassen verstehen, warum Ärzte und Patienten sich immer wieder für sie entscheiden.

Die Ausstellungen bestehen aus Tafeln mit Texten und Bildern. Bei der großen Ausstellung kommen noch Objekte hinzu. Die Ausstellungen veranschaulichen verständlich die Themen der einzelnen Kapitel und laden die Besucher zur intensiven Beschäftigung mit der Homöopathie und ihrer Geschichte ein.

Die Ausstellung zeigt zunächst die Besonderheiten der homöopathischen Heilkunde und erläutert Prinzipien der homöopathischen Therapie und ihr ganzheitliches Verständnis vom Krankheitsgeschehen. Die zentrale Ähnlichkeitsregel wird ebenso vorgestellt wie die Produktion homöopathischer Medikamente aus Tierpräparaten, mineralischen und pflanzlichen Substanzen.

Der historische Rückblick beginnt mit der Vorgeschichte der Homöopathie. Als der Arzt Samuel Hahnemann am Ende des 18. Jahrhunderts die Homöopathie entwickelte, war die Medizin von ihrem heutigen Wissensstand noch weit entfernt. Ohne viel von den Ursachen der Krankheiten zu verstehen, traktierten die Ärzte ihre Patienten mit Aderlässen, Klistieren und großen Mengen (häufig giftiger) Medikamente.

Hahnemanns Vorgehen war revolutionär im Vergleich zu den Praktiken der zeitgenössischen Medizin: genaue Beobachtung der Patienten und ihrer Krankheitsbilder, akribisches Studium der Arzneiwirkungen und vor allem eine exakte und sehr geringe Dosierung der Medikamente, die keine schädlichen Nebenwirkungen haben sollten.

Wichtig für die Verbreitung der Homöopathie waren berühmte Patienten aus Adels- und Künstlerkreisen, wie Fürst Schwarzenberg, Radetzky, Beethoven, Goethe oder Paganini, die durch ihr gesellschaftliches Ansehen eine entscheidende Rolle für die öffentliche Wahrnehmung der Homöopathie spielten.

Bei der Bekämpfung der in den 1830er Jahren grassierenden Cholera hatten die Ärzte erstmals öffentlichkeitswirksam Gelegenheit, die neue Heilmethode anzuwenden. Ihre therapeutischen Erfolge, die im Vergleich zum Versagen der konventionellen Behandlungsmethode frappierend waren, trugen maßgeblich zur Popularität der Homöopathie bei.

Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts breitete sich die Homöopathie trotz aller Widerstände und Anfeindungen seitens der konventionellen Medizin zunächst in Deutschland und später weltweit aus. Eine Reihe wohlhabender Förderer und Stifter ermöglichte durch ihr ideelles und finanzielles Engagement die Errichtung homöopathischer Krankenhäuser. Aus kleinen, handwerklich arbeitenden homöopathischen Apotheken entstanden Ende des 19. Jahrhunderts einige industriell produzierende Arzneimittelfirmen, die bald den Markt für homöopathische Medikamente beherrschten.

Die historische Rückschau auf 200 Jahre Homöopathiegeschichte schließt auch die Zeit des Nationalsozialismus ein, in der viele Homöopathen die seit langem angestrebte öffentliche Anerkennung in greifbare Nähe rücken sahen.

Die weltweite Entwicklung der Homöopathie erfährt in der Ausstellung eine ausführliche Behandlung. Zunächst wird die recht unterschiedliche Entwicklung in einzelnen europäischen Ländern bis hin zum gegenwärtigen Boom, auch in den mittel- und osteuropäischen Staaten, verfolgt. Der besondere Erfolg der nordamerikanischen Homöopathen und ihrer weltweiten Rezeption prägte noch das beginnende 20. Jahrhundert. Derzeit weckt die Renaissance der Homöopathie in Südamerika eher Interesse. Dabei wird Brasilien besonders beachtet, wo die Homöopathie mittlerweile auch im staatlichen "einheitlichen Gesundheitssystem" eine anerkannte Rolle spielt. Für die Entwicklung in Asien wird neben aktuellen Neuerungen, z.B. in Japan, insbesondere die große Bedeutung der Homöopathie in Indien herausgestellt. Dort ist diese Heilkunde voll in das staatliche Gesundheitssystem integriert. Indien ist das Land mit der weltweit größten Verbreitung und umfassendsten institutionellen Anerkennung der Homöopathie.

Die aktuelle Situation der Homöopathie ist Thema der abschließenden Darstellung. Seit den 1980er Jahren lässt sich weltweit ein erheblicher Aufschwung dieser Heilweise feststellen. Umstritten ist bis heute jedoch die Wirkung der hoch potenzierten homöopathischen Medikamente, in denen keine Wirkstoffe mehr nachweisbar sind. Die Ausstellung beschäftigt sich deshalb auch mit aktuellen Forschungsansätzen zu dieser Frage und stellt neue Hypothesen zur Wirkungsweise der homöopathischen Medikamente vor.

Ansprechpartner für die Buchung der Ausstellung

Prof. Dr. Martin Dinges
Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung Stuttgart
Straußweg 17
D-70184 Stuttgart
Tel.: 0711 / 46 08 41 67 (direkt)
Tel.: 0711 / 46 08 41 71 und 72
(Sekretariat)
Fax: 0711 / 46 08 41 81

Ansprechpartner für die technische Abwicklung

Frau Sandra Dölker
Dipl. Archivarin (FH)
Robert Bosch Stiftung Stuttgart
Straußweg 17
D-70184 Stuttgart
Tel.: 0711 / 46 08 41 70
Fax: 0711 / 46 08 41 81