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Kriegskrankenpflege im Ersten Weltkrieg

Astrid Stölzle
Die „Kriegskrankenpflege im Ersten Weltkrieg“ ist ein im April 2008 begonnenes Dissertationsprojekt. Ziel der Arbeit war die Darstellung des Lazarettalltags von Etappenschwestern und pflegern in den Kriegs- und Feldlazaretten des Ersten Weltkriegs. Ihre Pflegearbeit und Lebensumstände konnten anhand von Selbstzeugnissen herausgearbeitet werden. Sie zeigen zum überwiegenden Teil eine hohe Leistungsbereitschaft unter schwierigsten Bedingungen. Diese waren primär durch den Krieg gegeben, in dessen Folge die schlechten Unterkünfte, der Nahrungsmangel, der hohe Arbeitsaufwand aber auch die extremen Wetterbedingungen und die psychischen Belastungen zu einem sehr hohen Krankenstand führten.

Nachdem die Hoffnung auf einen schnellen Sieg gewichen war und sich unter dem Pflegepersonal Kriegsmüdigkeit breit machte, war es Aufgabe des Militärs und der Wohlfahrtsverbände, ihr Personal in den Etappen zum Durchhalten zu motivieren. Es wurden den Schwestern und Pflegern Aufenthalte in Erholungsheimen angeboten, sie erhielten in Anerkennung ihrer Dienste Medaillen, ihre Gehälter wurden jährlich erhöht und es wurde ein sogenannter „Schwesternfond“ für im Krieg erkrankte Schwestern eingerichtet. Besondere Ereignisse waren außerdem die Besuche von hochrangigen Generälen, von Landesfürsten und vom Kaiser, die sich ein Bild von der Kriegskrankenpflege machen wollten. Eine Anerkennung des Pflegeberufs oder gar eine Verbesserung des Ausbildungsstandards als Folge erfolgreicher pflegerischer Kriegstätigkeit, ist anhand der spärlichen Quellenlage nicht zu erkennen.