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Geschichte der Selbstmedikation in der Homöopathie

Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es, die Tradition der Selbstmedikation in der Homöopathie zwischen 1810 und circa 1970 zu erfassen und zu beschreiben (Bearbeiterin: Dr. Marion Baschin). Der Arzt Samuel Hahnemann entwickelte sein „alternatives“ Heilsystem zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Die umstrittene Methode erfreute sich jedoch bei Laien großer Beliebtheit. Denn die einfache Handhabung, die weitgehend nebenwirkungsfreie Einsetzbarkeit und die kostengünstige Beschaffung der Mittel boten wesentliche Vorteile bei der Selbstbehandlung. Durch die beständige Nachfrage von Laienseite und mit Hilfe von Vereinsgründungen wurde die Lehre Hahnemanns weiter verbreitet. Bei Krankheiten wie der Cholera war die homöopathische Therapie zudem wesentlich erfolgreicher als die herkömmlichen Methoden, so dass die Lehre Hahnemanns besonders in den 1830er Jahren einen Aufschwung erfuhr. Der Mangel an homöopathischen Ärzten zwang darüber hinaus die interessierte Bevölkerung zur Selbsthilfe. Hierfür standen zahlreiche Laienratgeber zur Verfügung.

Das von der Deutschen Homöopathie-Union Karlsruhe seit 2011 geförderte Projekt stützt sich dabei auf Nachlässe von homöopathischen Laienvereinen, die vornehmlich im Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung Stuttgart aufbewahrt werden sowie die Überlieferung über die Tätigkeiten dieser Vereine und deren Vereinsapotheken in mehreren staatlichen Archiven. Darüber hinaus werden die Zeitschriften, die speziell für homöopathisch interessierte Laien herausgegeben wurden, wie die Homöopathischen Monatsblätter oder die Leipziger Populäre Zeitschrift für Homöopathie, herangezogen. Ferner dienen Preislisten von homöopathischen Apotheken und Laienratgeber als Quellen.