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Tomaso Rangone: Arzt, Astrologe und Mäzen in der italienischen Renaissance

Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es, Leben und Werk des aus Ravenna stammenden Arztes und Humanisten Tomaso Rangone (1493-1577) vor dem Hintergrund der geistesgeschichtlichen- und wissenschaftlichen Entwicklungen der ersten Hälfte des Cinquecento zu interpretieren (Bearbeiterin: Dr. Sabine Herrmann).

Tomaso Rangone gehört zu den facettenreichsten Gelehrten der italienischen Renaissance: Nach Stationen am päpstlichen Hof, an der Universität von Padua und als Berater des päpstlichen condottiere Guido Rangoni, begab er sich  nach dem Sacco di Roma nach Venedig. Dort wurde Tomaso Rangone zu einer einflussreichen Persönlichkeit und betätigte sich auch durch bedeutende Bau- und Stiftungsvorhaben. Als Verfasser umfangreicher medizinischer Schriften beschäftigte sich der universalgelehrte Arzt letztendlich mit aktuellen Themen (Syphilis, Makrobiotik). Von der Begeisterung des Arztes für die Astrologie zeugen zahlreiche Prognostika. Moralische Schriften, darunter ein gelehrter Dialog über das Wesen des Glücks, verweisen letztendlich auf Tomaso Rangones Auseinandersetzung mit dem Platonismus.

Das von der Fritz Thyssen Stiftung seit 2010 geförderte Projekt stützt sich auf alle erhaltenen Werke Tomaso Rangones sowie zahlreiche Archivalien, darunter Briefe, Notatorien der venezianischen Scuole, Inventar- und Steuerlisten und das umfangreiche Testament des Arztes.