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Dr. phil. Ole Fischer

Kurzbiografie
Studium der Geschichte und Philosophie an der Christian-Albrechts-Universität Kiel, M.A. 2009. Von 2009 bis 2012 Promotionsstipendiat des Forschungszentrums Laboratorium Aufklärung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Promotion 2013. Von 2012 bis 2014 Archivreferendar beim Landesarchiv Baden-Württemberg und an der Archivschule Marburg, Staatsexamen/Archivassessor 2014. Seit Mai 2014 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung.

Forschungsschwerpunkte: Geschlechtergeschichte, Ernährungsgeschichte, Religionsgeschichte.

Aktuelle Projekte
Geschlecht und Fleischkonsum im 19. und 20. Jahrhundert

Die Ernährung gehört zu den grundlegenden Praktiken mit direktem Einfluss auf die körperliche Konstitution eines Menschen und stellt ein Mittel dar, den eigenen Körper zumindest in einem beschränkten Rahmen zu formen. Auch die Auswahl und der Akt des Essens können mit einer Strategie zur Inszenierung einer spezifischen Körperlichkeit verbunden sein. Unsere gegenwärtige Alltagswahrnehmung ist geprägt von geschlechtsspezifischen Ernährungsidealen. Neben alkoholhaltigen Getränken gehören fleischhaltige Speisen zu jenen Nahrungsmitteln, die besonders stark geschlechtsspezifisch markiert sind. Männer essen scheinbar viel und vor allem rotes und blutiges Fleisch, Frauen essen, wenn überhaupt, dann zumeist helles Fleisch. Sich pflanzlich ernährende Männer erwecken in manchen sozialen Kontexten ebenso die Vorstellung vom Gender Trouble wie das Bild einer Frau mit einem englisch gebratenen T-Bone-Steak auf dem Teller. Aus der Perspektive der Genderforschung darf bestritten werden, dass es eine natürliche Verbindung zwischen dem Geschlecht eines Menschen und dessen Ernährungsgewohnheiten gibt, da geschlechtsspezifische Erwartungshaltungen an die Ernährung abhängig sind von historisch variablen Kontexten. Anderseits gibt es seit dem 19. Jahrhundert eine sowohl in der Populärkultur als auch unter Medizinern intensiv geführte Debatte um die „Natürlichkeit“ geschlechtsspezifischer Ernährungsgewohnheiten. Ziel des Forschungsprojektes ist es, den diskursiven Prozess, an dessen Ende die Charakterisierung des Fleisches als männliches Nahrungsmittel stand, detailliert nachzuzeichnen sowie die Auswirkungen dieses Prozesses auf die Ernährungspraxis von Männern und Frauen zu untersuchen.
Monographien
  • Macht und Ohnmacht des frommen Mannes. Religion und Männlichkeit in der Biographie Adam Struensees (1708-1791), Halle 2014.
Aufsätze
  • „Toleranz ist gut, wenn sie nur gehörig eingeschränckt wird". Adam Struensee als Generalsuperintendent in Schleswig-Holstein (1759-1791), in: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 135 (2010), S. 147-178.
  • Zusammen mit Britta Klosterberg und Miriam Pohl: Die niederländischen Buchbestände der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen, in: Erdmut Jost und Holger Zaunstöck (Hg.), Goldene Zeitalter und Jahrhundert der Aufklärung. Kulturtransfer zwischen den Niederlanden und dem mitteldeutschen Raum im 17. und 18. Jahrhundert, Halle 2012, S. 108-127.
  • Pietismus und Aufklärung in Familienkonstellationen, in: Meike Sophia Baader, Petra Götte und Carola Groppe (Hg.), Familientraditionen und Familienkulturen. Theoretische Konzeptionen, historische und aktuelle Analysen, Wiesbaden 2013, S. 163-181.
  • Frömmigkeit und Hegemoniale Männlichkeit im 18. Jahrhundert, in: Antje Roggenkamp und Michael Wermke (Hg.), Gender, Religion, Heterogenität. Bildungshistorische Perspektiven gendersensibler Religionspädagogik (Studien zur religiösen Bildung Bd. 2), Leipzig 2013, S. 41-59.
  • Wirtschaftliche Prosperität und religiöse Erweckung. Das Handwerk in der Herrnhutersiedlung Christiansfeld, in: Detlev Kraack und Martin Rheinheimer (Hg.), Aus der Mitte des Landes (Festschrift für Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt), Neumünster/Hamburg 2013, S. 175-195.
  • Zwischen Abhängigkeit und Verantwortung. Pietistische Selbstbeschreibung im Kontext des Vorsehungsglaubens, in: Daniel Fulda, Hartmut Rosa und Heinz Thoma (Hg.): Vom Zwang zur Freiheit zur Ununterscheidbarkeit von Freiheit und Zwang. Freisetzung und Vergesellschaftung des Subjekts von der Aufklärung bis in die Gegenwart des 21. Jahrhunderts, München [erscheint voraussichtlich 2014].
Kurzbeiträge
  • Eintrag „Bewertungsmethode“, in: Terminologie der Archivwissenschaft, hrsg. von der Archivschule Marburg, URL: http://www.archivschule.de/uploads/Forschung/ArchivwissenschaftlicheTerminologie/Terminologie.html
Rezensionen
  • Carl Christian Jessen, Biskop i Grænselandet. Theodor Kaftan 1847-1932, Aabenraa 2009, in: Grenzfriedenshefte. Zeitschrift für deutsch-dänischen Dialog 56 (2009), S. 282-283.
  • Anne Conrad, Rationalismus und Schwärmerei. Studien zur Religiosität und Sinndeutung in der Spätaufklärung, Hamburg 2008, in: Pietismus und Neuzeit 36 (2010), S. 332-335.
  • Beatrix Zug, Die Anthropologie des Raumes in der Architekturtheorie des frühen 20. Jahrhunderts, Tübingen 2006, in: sehepunkte 10 (2010), Nr. 2 [15.02.2010], URL:  http://www.sehepunkte.de/2010/02/13677.html
  • Simone Austermann, Die "Allgemeine Revision". Pädagogische Theorieentwicklung im 18. Jahrhundert, Bad Heilbrunn 2010, in: H-Soz-u-Kult, 27.05.2011, URL: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2011-2-164
  • Heike Talkenberger (Hg.), Die Autobiographie des Betrügers Luer Meyer 1833-1855. Kommentierte Edition, Hannover 2010, in: Rundbrief des Arbeitskreises für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins 105 (2011), S. 59-61.
  • Hans Merkle, Carl Wilhelm. Markgraf von Baden-Durlach und Gründer der Stadt Karlsruhe. Eine Biographie (1679-1738), Ubstadt-Weiher 2012, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 72 2013), S. 626-627.
  • Bernard Vogler, Geschichte des Elsass, Stuttgart 2012, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 72 (2013), S. 636-637.
Tagungsberichte
  • Religion und Männlichkeit in der Moderne. Neue interdisziplinäre und transnationale Forschungsperspektiven (18. bis 20. Jahrhundert). 14.09.2011-16.09.2011, Jena, in:                                               H-Soz-u-Kult, 29.11.2011, URL: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=3922.
  • Zusammen mit Lorenz Baibl, Benjamin Kram und Verena Türck: 73. Südwestdeutscher Archivtag „Archive und Migration“, in: Archivar 66 (2013), S. 485-487.
  • Religion und Geschlecht. Epochenübergreifende Perspektiven. 11.10.2013, Jena, in: H-Soz-u-Kult, 04.12.2013, URL: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=5125.
Vorträge
  • Zur Rolle der "Vorsehung" in der (Auto-)Biographie des pietistischen Theologen Adam Struensee (1708-1791), Tagung „Vom Zwang zur Freiheit zur Ununterscheidbarkeit von Freiheit und Zwang: Zur Freisetzung und Vergesellschaftung des Subjekts von der Aufklärung bis in die Gegenwart des 21. Jahrhunderts“, Universität Halle, 25.03.2010.
  • Kritik der Aufklärung - Adam Struensee und der Pietismus im 18. Jahrhundert, Nachwuchstagung der Historischen Kommission zur Erforschung des Pietismus, Franckesche Stiftungen Halle, 20.05.2010.
  • Pietismus und Aufklärung in Familienkonstellationen, Tagung „Familienkulturen - (und) Familientraditionen. Historische Forschungen und aktuelle Debatten“, Universität Augsburg, 29.01.2011.
  • Verspätete Aufklärung? Adam Struensee und der Pietismus in Schleswig und Holstein, Vortragsreihe „Themen und Tendenzen der Regionalgeschichtsforschung“, Universität Kiel, 01.02.2011.
  • Adam Struensee und die Herrnhuter Brüdergemeine, Kolloquium zur Geschichte der Frühen Neuzeit, Universität Göttingen, 24.05.2011.
  • Religion in der Lebensgeschichte. Anmerkungen zur biographischen Methode, Tagung „Bildungsgeschichte in der Religionspädagogik - auf der Suche nach ihrem systematischen Ort“, Evangelische Akademie Hofgeismar, 28.05.2011.
  • Die Ohnmacht des frommen Mannes. Religion und Geschlecht im Leben Adam Struensees, Tagung „Religion und Männlichkeiten in der Moderne“, Universität Jena, 15.09.2011.
  • Frömmigkeit und Hegemoniale Männlichkeit, Tagung „Religion und Gender in bildungshistorischer Perspektive“, Evangelische Akademie Hofgeismar, 16.03.2012.
  • Das Fleisch, der Körper und das Geschlecht – Ernährung als vergeschlechtlichte Körperpraxis am Beispiel des Fleischkonsums, Tagung „Praktiken und ihre Körper. Was für ein Artefakt ist der Leib? 2. Mainzer Symposium der Sozial- und Kulturwissenschaften, Universität Mainz, 26.04.2013.
  • Gender und Ernährung. Eine diskursgeschichtliche Annäherung mit sozialgeschichtlicher Perspektive, Offene Tagung des Arbeitskreises für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins, Akademie Koppelsberg, 09.11.2013.
  • Fleischkonsum, Männlichkeit und Gesundheit im 19. und 20. Jahrhundert, Institut für Geschichte der Medizin der Robert-Bosch-Stiftung, Stuttgart, 06.03.2014.

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