Sitemap Kontakt Impressum

Dr. phil. Pierre Pfütsch

Kurzbiografie
Studium der Geschichtswissenschaft und Germanistik an der Universität Mannheim. Abschluss mit dem Ersten Staatsexamen im November 2011. Von Januar 2012 bis Dezember 2014 Promotionsstipendiat am Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung zur Bearbeitung des Themas „Prävention und Gesundheitsförderung in der BRD aus geschlechterspezifischer Perspektive“. Von Januar 2012 bis Oktober 2016 Doktorand an der Philosophischen Fakultät der Universität Mannheim. Promotion zum Dr. phil. 2017.
Seit Oktober 2015 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung Stuttgart.

Forschungsschwerpunkte:
  • Präventionsgeschichte
  • Geschlechtergeschichte
  • Zeitgeschichte der Medizin
  • Geschichte medizinischer Berufe
Aktuelle Projekte
  • Kooperation und Konflikte zwischen Ärzten und nichtärztlichen Gesundheitsberufen (1890-1990)
    Ausgehend von den aktuellen Diskussionen um die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung soll in diesem Projekt die historische Dimension näher betrachtet werden. Dabei geht es nicht nur, wie in der gegenwärtigen Diskussion, um die Schaffung neuer medizinischer Berufe, sondern auch um die Zusammenarbeit der Ärzte mit den bestehenden nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen. Im Zentrum der Untersuchung stehen mit den Ärzten als der einen und den nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen als der zweiten (heterogenen) Großgruppe zwei Berufsgruppen, die durch unterschiedliche Professionalisierungsgrade und daraus folgend auch durch ein unterschiedliches Selbstverständnis geprägt sind. Gleichzeitig gibt es eine klare Hierarchie im Ansehen der Berufe: Die nichtärztlichen Gesundheitsberufe stehen unter den Ärzten. Bereits der früher verwendete Begriff „Heilhilfsberuf“ zeigt die Problematik auf: Während die Ärzte lediglich ‚Hilfe‘ erwarten, sehen sich Pflegende, Hebammen und Therapeuten vielmehr als ‚Partner‘ der Ärzte. Die Geschichte beider Akteure ist praktisch ohne den jeweils anderen als „Gegenspieler“ bzw. „Partner“ nicht vorstellbar.
    Hierbei soll nicht nur die Geschichte der medizinischen Berufe näher erforscht werden, sondern es sollen allgemein die Aushandlungsprozesse zwischen unterschiedlichen Berufsgruppen und die daraus folgenden Auswirkungen auf die Entwicklung der Berufe beschrieben werden.
Monographien
  • Das Geschlecht des „präventiven Selbst“. Prävention und Gesundheitsförderung in der Bundesrepublik Deutschland (1949-2010) aus geschlechterspezifischer Perspektive. (= Medizin, Gesellschaft und Geschichte; Beiheft 63) Stuttgart 2017.
  • Aderlass, Purgation und Maulbeersaft. Gesundheit und Krankheit bei Ernst Adalbert von Harrach (1598–1667), Innsbruck, Wien, Bozen 2013.
Aufsätze
  • Bedeutung von Betriebsärzten im Dritten Reich. In: Arbeitsmedizin, Sozialmedizin, Umweltmedizin. Zeitschrift für medizinische Prävention 52 H. 8 (2017), S. 587-589.
  • Zusammen mit Jenny Linek: Geschlechterbilder in der Gesundheitsaufklärung im deutsch-deutschen Vergleich (1949–1990). In: Medizin, Gesellschaft und Geschichte 34 (2016), S. 73-110.
  • Männerspezifische Gesundheitsaufklärung durch die BZgA: Ein Beitrag zur Verfestigung des Gesundheitsdefizitdiskurses? (1970-1990). In: Medizinhistorisches Journal 50 (2015), S. 175-199.
  • Anfragen, Beschwerden und Eingaben zu Prävention und Gesundheitsförderung in der BRD aus geschlechterspezifischer Perspektive (1961-1998). In: Hähner-Rombach, Sylvelyn (Hrsg.): Geschichte der Prävention: Akteure, Praktiken, Instrumente. Stuttgart 2015, S. 125-147.
Tagungsberichte
  • Sucht, Rausch und Genuss. Medizin-, sozial- und kulturgeschichtliche Perspektiven. 26.04.-28.04.2017, Stuttgart. In: Curare. Zeitschrift für Medizinethnologie 40 (2017), H. 3, S. 236-237.
  • Im Fokus: Der Mann. Bilanz und Perspektiven von zehn Jahren Männlichkeitenforschung. 10.12.-12.12.2015, Stuttgart. In: Chronik 2015 der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Stuttgart 2016, S. 64 f.
  • Männlichkeitenforschung. Bilanz und Perspektiven. 10.12.-12.12.2015, Stuttgart [http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6383]
  • Sozialgeschichte der Medizin: Bilanz und Perspektiven. 19.09./20.09.2014, Stuttgart. [http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=5605]
  • Privatisierte Gesundheit: Arbeitsmärkte, Erfahrungsräume und Staatlichkeit im Gesundheitswesen seit den 1970er Jahren. 19.03./30.03.2014, Oldenburg. [http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=5363]
  • Männer als Täter und Opfer – zwischen Verletzungsmacht und Verletzungsoffenheit. 8. Fachtagung des Arbeitskreises für interdisziplinäre Männer- und Geschlechterforschung – Kultur-, Geschichts- und Sozialwissenschaften (AIM Gender), 29.06./30.06.2012, Stuttgart-Hohenheim [https://www.fk12.tu-dortmund.de/cms/ISO/de/Lehr-und-Forschungsbereiche/soziologie_der_geschlechterverhaeltnisse/Medienpool/Tagungsbericht_M__nner_als_T__ter_und_als_Opfer.pdf]
Vorträge
  • Rettungsmedizin in Deutschland: Zeitgeschichtliche Perspektiven auf ein konfliktreiches Berufsfeld (1949-2010). Tagung: Heilungskooperationen. Zusammenarbeit mit und ohne Konsens im Kontext von Krankheit und Heilung. 30. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Ethnomedizin e.V. (AGEM) in Kollaboration mit dem Sonderforschungsbereich Medien der Kooperation. Universität Siegen, 30.06.2017.
  • Aushandlungsprozesse über Kompetenzen in medizinischen Berufen in der Bundesrepublik Deutschland (1949-1990). Oberseminar, Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universität Ulm, 29.05.2017.
  • Zwischen Gesundheit und Schönheit: Fitness als biopolitische Praktik zur Modellierung des Körpers. Tagung: Sport. Gesundheit. Biopolitik. Historische Perspektiven, Universität Siegen, 22.10.2016.
  • Arbeit für den Krieg? Betriebsärztliches Handeln im Spiegel der Standespresse. Deutscher Betriebsärzte-Kongress 2016. Dresden, 28.10.2016.
  • "Vom Rettungsassistenten zum Notfallsanitäter“. Stuttgart, 02.11.2016.
  • Gesundheitsidiot Mann? Zur Veränderung von Geschlechterbildern in der staatlichen Gesundheitsaufklärung (1960-2000). Workshop: Staat und Geschlecht in westlichen Gesellschaften seit den 1960er Jahren. Universität Göttingen, 25.11.2016.
  • Kooperationen und Konflikte zwischen Ärzten und nicht-ärztlichen Heilberufen (ca. 1890 1990). Südwestdeutsche Regionalkonferenz zur Medizin- und Wissenschaftsgeschichte. Heidelberg, 26.11.2016.
  • Normativität, Ernährung und Geschlecht. Zur Veränderung von Körperleitbildern im Spiegel der Gesundheitsaufklärung in der BRD (1950-2000). Tagung: Gender, Ernährung und Gesundheit: Gegenwärtige Fragestellungen und historische Annäherungen. Stuttgart, 26.06.2015.
  • Das Väterbild in der Gesundheitsaufklärung (1960-2000). Stuttgarter Fortbildungsseminar: Generation und Medizin. Generationen in der Sozialgeschichte der Medizin. Stuttgart, 09.04.2015.
  • Männerspezifische Gesundheitsaufklärung in der BRD – Ein Beitrag zur Verfestigung des Gesundheitsdefizitdiskurses? (1970-2010). Kolloquium „Geschlechterspezifische Gesundheitsgeschichte: Warum nicht einmal die Männer...?“, Fachverband Medizingeschichte e.V. Mainz, 27.06.2014.
  • Männlichkeitskonzepte in Anfragen zu AIDS an Bundesbehörden. Gastvortrag im Hauptseminar (Prof. Dr. Martin Dinges) „Körper, Sexualität und Männlichkeit im 20. Jahrhundert“. Mannheim, 20.05.2014.
  • „Im Falle des Passivrauchens geht es ja nicht um eine Sache, die geschädigt wird, sondern um das beste und höchste Gut, was wir Menschen besitzen, die Gesundheit.“ Anfragen, Beschwerden und Eingaben zu Prävention und Gesundheitsförderung in der BRD aus geschlechterspezifischer Perspektive (1961-1998). Tagung „Akteure, Praktiken und Instrumente. Geschichte der Prävention von Krankheiten und Unfällen seit der Weimarer Republik.“ Stuttgart, 17.12.2013.
  • „Der Raucher verstößt eindeutig und rücksichtslos gegen das Grundgesetz, wenn er seine Umgebung zum Passivrauchen zwingt.“ – Geschlechterspezifische Argumentationsstrukturen zur Durchsetzung des Nichtraucherschutzes in der BRD (1960-1990). Stuttgarter Fortbildungsseminar: Praktiken von Gesundheit und Krankheit. Stuttgart, 03.04.2013.
  • Wandel der Geschlechterbilder in den Printmedienkampagnen des Deutschen Gesundheitsmuseums und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (1950 – 2010). Workshop „Wie geht Geschlechtergeschichte?“ des Arbeitskreises Historische Frauen- und Geschlechterforschung e.V. Region Süd. München, 09.02.2013.
  • Verankerung geschlechtsspezifischer Prävention und Gesundheitsförderung in der Arbeit der BZgA. Tagung: „Prävention. Nachfrage und Inanspruchnahme gesundheitserhaltender Maßnahmen seit 1918“. Stuttgart, 21.11.2012.
Rezensionen
  • Pascal Eitler, Jens Elberfeld (Hg.): Zeitgeschichte des Selbst. Therapeutisierung, Politisierung, Emotionalisierung. Bielefeld 2015. In: Werkstatt Geschichte 74 (2016), S. 120-122.
  • Stefanie Coché: Psychiatrie und Gesellschaft. Psychiatrische Einweisungspraxis im „Dritten Reich“, in der DDR und der Bundesrepublik 1941-1963. (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft; Bd. 218) Göttingen 2017. In: H-Soz-Kult (21.06.2017) [http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-27437?title=s-coche-psychiatrie-und-gesellschaft]
  • Lisa Peppler: Medizin und Migration. Deutsche Ärztinnen und Ärzte türkischer Herkunft. Eine soziokulturelle Mikroskopie. Göttingen 2016. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 65 H. 5 (2017), S. 503 f.
  • Gine Elsner: Als Betriebsarzt bei Adler, Opel oder Hoechst. Arbeitsmediziner während der NS-Zeit in Hessen. Hamburg 2016. In: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde 121 (2016), S. 334-335.
  • Volker Hess, Laura Hottenrott, Peter Steinkamp: Testen im Osten. DDR-Arzneimittelstudien im Auftrag westlicher Pharmaindustrie, 1964-1990. Berlin 2016. In: Dr. med. Mabuse 41 (2016) Nr. 223, S. 58.
  • Alois Unterkircher: Jungen und Männer als Patienten bei einem Südtiroler Landarzt (1860-1900). (= Medizin, Gesellschaft und Geschichte; Beiheft 51) Stuttgart 2014. In: Vierteljahresschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 102 H. 3 (2015), S. 397 f.