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Die Entwicklung der Medizintechnik zur medizinischen Selbsthilfe bei Diabetes mellitus

(Bearbeiter: Aaron Pfaff, M.A.)

Ziel des Ende 2014 begonnenen Dissertationsprojekts ist es, die Entwicklung der diagnostischen und therapeutischen Medizintechnik zur Selbsthilfe im Bereich der Volkskrankheit Diabetes mellitus für den Zeitraum 1950 bis 1990 in BRD und DDR zu analysieren.
Während Betroffene Anfang der 1950 er Jahre nur sehr begrenzt Einfluss auf ihre Therapie nehmen konn¬ten, änderte sich dies in den vier Jahrzehnten des Untersuchungszeitraumes grundlegend.
Im Zentrum des Erkenntnisinteresses stehen die Verlagerung von Kompetenzen und Verantwortung von der Arzt- zur Patientenseite sowie die damit einhergehenden tiefgreifenden Veränderungen im Arzt-Patienten-Verhältnis.
Eine tragende Rolle spielen dabei die komplexen Aushandlungsprozesse zwischen den Akteuren (Fach- und Laienverbände, Pharma- und Medizintechnikunternehmen, staatliche Institutionen). So entsteht von dem Entwicklungsbeginn zur Lösung eines Therapiebedürfnisses bis zur möglichen Einführung eines Produkts bzw. Verfahrens eine ganze Reihe von sozialen politischen und ökonomischen Fragen, welche verhandelt werden müssen.
Am Ende dieser Prozesse stehen leichter handhabbare Geräte sowie zunehmend stärker individualisierte Therapieoptionen, welche dem Patienten eine aktivere, aber auch eigenverantwortlichere Rolle bei der Behandlung seiner Krankheit ermöglichen.
Die Geschichte der Medizintechnik für Diabetesdiagnose und -therapie wird dabei als eine Koevolution von Technik und Krankheit konzeptualisiert. Dies ermöglicht einen differenzierteren Blick auf die Folgen technologischer Entwicklung für Patient und Krankheit und deren Wahrnehmung.
Das Quellenkorpus besteht überwiegend aus dem Material der beteiligten Akteure. Dieses setzt sich aus zahlreichen Fach- und Patientenzeitschriften, der medizinischen Fach- und Ratgeberliteratur sowie „grauer Literatur“, beispielsweise Bedienungsanleitungen, Marketingunterlagen und Schulungsmaterial, zusammen.
Besondere Bedeutung für die Fallbeispiele kommen den Unterlagen der Forschungs-, Entwicklungs- und Marketingabteilungen der beteiligten Unternehmen zu. So konnten beispielsweise Akten des Bereichs Medizintechnik der Unternehmen Bayer, Siemens und Merck eingesehen werden.
Ergänzend werden die Bestände der deutschen Diabeteszentren in Düsseldorf und Karlsburg sowie Unterlagen der Abteilung DDR des Bundesarchivs in Berlin-Lichterfelde herangezogen.

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