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Arzt – ein krank machender Beruf? Leitbilder – Selbstbilder – Fremdbilder. Von der Mitte des 19. bis ca. Ende des 20. Jahrhunderts

(Promotionsvorhaben, Bearbeiter: Sebastian Wenger)

Mit der Einführung der Krankenversicherung im Jahr 1883 stiegen die Anforderungen an die Ärzte, denn die Zahl der zu versorgenden Patienten in den
Niederlassungen und den Krankenhäusern wuchs enorm. Zudem erhöhten die Ausdifferenzierung der Medizin und die damit verbundene Spezialisierung der Ärzteschaft im ausgehenden 19. Jahrhundert die Konkurrenz innerhalb des Berufsstandes.
Es soll untersucht werden, inwiefern sich innerhalb des Untersuchungszeit-raumes die Arbeits- und Rahmenbedingungen von Medizinern auf ihre Gesundheit ausgewirkt haben, wie sie damit umgegangen sind, welche Hilfeleistungen ihnen zur Verfügung standen und welche sie in Anspruch nahmen. Ein deutsch-deutscher Vergleich für die Zeit nach 1945 wird angestrebt.
Als Quellen werden Verlautbarungen der ärztlichen Standesvertreter für das Deutsche Reich, die BRD und die DDR (u. a. der ärztlichen Unterstützungskassen sowie der ärztlichen Versorgungswerke), Verwaltungsberichte der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege sowie die Gemeindekassen herangezogen. Hinzu kommen Ärztezeitschriften wie das „Medicinische Correspondenzblatt des Württembergisch-Ärztlichen Vereins“, das „Deutsche Ärzteblatt“ und die „Zeitschrift für das gesamte Krankenhauswesen“. Statistiken zur Sterblichkeit, Lebensdauer und zu Erkrankungen von Ärzten („Medizinalstatistische Nachrichten“, „Reichsgesundheitsblatt“ etc.) bilden ebenfalls einen wichtigen Teil des Quellenkorpus. Zudem werden Ego-Dokumente, wie Autobiographien, Briefe und Tagebücher, berücksichtigt. Ergänzend kommen Dokumente aus den Beständen städtischer Archive hinzu, beispielsweise aus dem Bestand des Gesundheitsamtes der Stadt Stuttgart, die Aufschluss geben über Personaldichte und Arbeitsbedingungen in den kommunalen Krankenhäusern.