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Patientenbewegung in Deutschland 1945-1985

(Postdoc-Stipendium, Bearbeiterin: Dr. phil. Ylva Söderfeldt)

Selbsthilfegruppen und Patientenvereine sind zu einer weitverbreiteten und einflussreichen sozialen Bewegung geworden, die individuelle Krankheitsbewältigung, klinische Entscheidungsfindungsprozesse und die Gesundheitspolitik beeinflusst. Entstanden sind die ersten Gruppen schon im 19. Jahrhundert, aber einen Aufschwung erlebte die Bewegung erst in der Nachkriegszeit. Es entwickelten sich über die folgenden Jahrzehnte Selbsthilfeinitiativen und -gruppen für beinahe alle gesundheitlichen Fragestellungen und Krankheiten, die oft – ähnlich wie andere soziale Bewegungen auch – gesellschaftspolitische Veränderungen erreichen wollten. Im Laufe dieser Entwicklung setzte auch eine Professionalisierung ein, die Selbsthilfe und Patientenbeteiligung als Bestand des medizinischen Versorgungssystems etablierte. Historisch beleuchtet wurde dieser Prozess jedoch kaum.
In diesem Projekt wird die Geschichte deutscher Patientenvereine am Beispiel ausgewählter Organisationen in den Jahren 1945-1985 behandelt. Eine systematische Analyse hauptsächlich gedruckter Quellen aus den Vereinen selbst und aus der medizinischen Fachwelt wird die Grundlage für eine Untersuchung ihrer Struktur und Tätigkeit. Den Hintergrund der Analyse bilden die Sozialstruktur der Patientengruppen, die kulturelle Stellung der angesprochenen Diagnosen sowie der Stand und die Entwicklung ihrer medizinischen Versorgung und des Fachwissens.