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Dr. des. Christine Hartig

Kurzbiografie
Studium der Mittleren und Neueren Geschichte an der Universität Göttingen. 2014 Abschluss des Promotionsverfahrens mit einer Arbeit zu deutsch-jüdischen Geschichte. Christine Hartig war Stipendiatin der Max-Planck-Gesellschaft (2005-2008), Fellow am Leo Baeck Institute in New York (2006) und am United States Holocaust Memorial Museum in Washington, DC (2008). Sie forschte unter anderem an der Universität Flensburg als Wissenschaftliche Mitarbeiterin zur Fachdifferenzierung der Pharmazie seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart (2009-2012), als Postdoc an der Universität Innsbruck zur Aufarbeitung von Gewaltverhältnissen an der Geschichte der Innsbrucker psychiatrischen Kinderbeobachtungsstation (2014-2015) und als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Ulm zu Arzneimittelstudien westlicher Pharmaunternehmen in der DDR (2017). Seit Januar 2018 ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung Stuttgart.

Forschungsschwerpunkte:

  • Geschichte der Psychiatrie
  • Geschichte der Pharmazie
  • PatientInnengeschichte
  • Deutsch-jüdische Geschichte
  • Migrationsgeschichte
Aktuelle Projekte
Medikamentenversuche an Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Heimerziehung in Niedersachsen zwischen 1945 und 1976 (zusammen mit Dr. Sylvelyn Hähner-Rombach)
Im Auftrag des Landes Niedersachsen, vertreten durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, werden Arzneimittelstudien der Nachkriegszeit in Niedersachsen an Heimkindern sowie Impfversuche an Säuglingen und Kleinkindern wissenschaftlich aufgearbeitet. Im Fokus steht dabei auch die Zusammenarbeit der Ärzte und Ärztinnen mit der Pharmaindustrie, insbesondere bei Medikamentenversuchen an Kindern und Jugendlichen in Heimen bzw. in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Ferner soll die Frage geklärt werden, ob auch Jugendliche unter den Patienten der Göttinger Psychochirurgie waren, bei denen in den 1970er Jahren ein Eingriff vorgenommen wurde.
Neben der Auswertung der Ministerialakten und der Akten der Heimaufsicht werden auch die der Heimträger sowie Einzelfallakten der Heime untersucht. Die einschlägigen Fachzeitschriften und Werke der Fachliteratur gehören ebenfalls zum Forschungsgegenstand.
Dass solche Arzneimittelstudien und Impfversuche auch in Niedersachsen durchgeführt wurden, steht außer Frage. Unbekannt sind aber der Umfang, die Planung (Initiatoren), die konkrete Durchführung und die Folgen dieser Versuche. Auch soll die Frage geklärt werden, inwieweit das Ministerium Kenntnis von den Versuchen hatte bzw. darin involviert war.
Publikationen
Wissenschaftsgeschichte und Wissenssoziologie
  • (zusammen mit Jan Jeskow, Florian Steger), Forschungsbericht: Die Arzneimittelstudie zu Levoprotilin an der Klinik für Psychiatrie und Neurologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena, 1987-1990 (unveröffentlichtes Manuskript. Publikation in Vorbereitung).
  • Die Professionalisierung der Heilpädagogik im Feld der frühen Kinderpsychiatrie und Kinderheilkunde in Österreich, in: Studie betreffend die Kinderbeobachtungsstation der Maria Nowak-Vogl. Interdisziplinäre Zugänge, hrsg. von: Elisabeth Dietrich-Daum, Michaela Ralser, Dirk Rupnow, Innsbruck 2017, S. 58-73.
  • Die Heilpädagogische Station in Graz, in: Studie betreffend die Kinderbeobachtungsstation der Maria Nowak-Vogl. Interdisziplinäre Zugänge, Hrsg. von: Elisabeth Dietrich-Daum, Michaela Ralser, Dirk Rupnow, Innsbruck 2017, S. 41-47.
  • Zusammenfassung zu: Heilpädagogische Landschaften in Österreich: Studie betreffend die Kinderbeobachtungsstation der Maria Nowak-Vogl. Interdisziplinäre Zugänge, hrsg. von: Elisabeth Dietrich-Daum, Michaela Ralser, Dirk Rupnow, Innsbruck 2017, S. 49-56.
  • Reputation als Motor fachlicher Differenzierung an Universitäten, in: Volker Müller-Benedict (Hg.) Der Prozess der fachlichen Differenzierung an Hochschulen. Die Entwicklung am Beispiel von Chemie, Pharmazie und Biologie 1890-2000, Wiesbaden 2014, S. 21-86.
  • (zusammen mit) Jörg Janßen, Volker Müller-Benedict, Jan Weckwerth: Einleitung und Zusammenfassung, in: Volker Müller-Benedict (Hg.) Der Prozess der fachlichen Differenzierung an Hochschulen. Die Entwicklung am Beispiel von Chemie, Pharmazie und Biologie 1890-2000, Wiesbaden 2014, S. 9-19 und S. 263-271.
  • (zusammen mit) Jörg Janßen, Volker Müller-Benedict, Jan Weckwerth, Was beeinflusst die Entstehung und Verfestigung einer universitären Fachrichtung? Die Entwicklung der Pharmazie an deutschen Universitäten von 1900 bis 1970, in: Berichte zur Wissenschaftsgeschichte 36,1 (2013), S. 7-28.
  • Institutionalisierung ohne Reputationsgewinn - Die unvollständige Etablierung der Pharmazie an den Hochschulen des Deutschen Reiches und in der Bundesrepublik bis in die 1970er Jahre, in: Medizinhistorisches Journal 46 (2011), S. 238-282.

Zeitgeschichte und Biographieforschung

  • (zusammen mit Andrew S. Bergerson, Laura Fahnenbruck) Working on the Relationship: Exchanging Letters, Goods and Photographs in Wartime, in: Elisabeth Harvey, Maiken Umbach, Johannes Hürter (Hg.), The Private in Nazi Germany, Cambridge 2018 (im Erscheinen).
  • „[A]ls Kind musst du einfach damit umgehen. Weil friss oder stirb, gell“ – Die Innsbrucker Kinderbeobachtungsstation der Maria Nowak-Vogl (1954-1987) im Spiegel von Interviews ehemaliger PatientInnen in: Studie betreffend die Kinderbeobachtungsstation der Maria Nowak-Vogl. Interdisziplinäre Zugänge, hrsg. von: Elisabeth Dietrich-Daum, Michaela Ralser, Dirk Rupnow, Innsbruck 2017, S. 255-299.
  • Grenzen ziehen durch professionelle Hilfe? Transnationale Flüchtlingsarbeit am Beispiel der Immigration unbegleiteter jüdischer Kinder in die USA (1934-1941), in: WerkstattGeschichte 70 (2015), S. 7-23.
  • „Darum sorge selbst dafür, gesund zu bleiben u. energisch mit Dir selbst zu sein“ – Veränderte Erwartungen an Kinder angesichts der nationalsozialistischen Verfolgung, in: Das Ende der Kindheit? – Jüdische Kindheit und Jugend ab 1900. Juden in Mitteleuropa 2014, St. Pölten 2014, S. 16-25.
  • Selbsttötungen deutscher Juden. Pressestimmen des Jahres 1933, in: Michael Nagel, Moshe Zimmermann (Hgg.), Judenfeindschaft und Antisemitismus in der deutschen Presse über fünf Jahrhunderte / Five hundred Years of Jew-Hatred and Anti-Semitism in the German Press, 2 Bd., Bremen 2013, S. 691-714.
  • (zusammen mit) Maren Büttner, Tilmann Siebeneichner (Hgg.), Montagen zur Herrschaftspraxis in der Klassischen Moderne. Alltagshistorische Perspektiven und Reflexionen, Essen 2013.
  • (zusammen mit) Maren Büttner, Tilmann Siebeneichner, Einleitung: Reflexionen zur Herrschaftspraxis in der ‚Klassischen Moderne‘ aus alltagshistorischer Perspektive, in: Dies. (Hgg.), Montagen zur Herrschaftspraxis in der Klassischen Moderne. Alltagshistorische Perspektiven und Reflexionen, Essen 2013, S. 7-23.
  • Zwischen Emigrationshilfe und Amerikanisierungserwartung – Die Arbeit der German Jewish Children’s Aid, in: Adriane Feustel, Sonja Hilzinger, Gabriele Knapp, Inge Hansen Schaberg (Hgg.), Die Vertreibung des Sozialen, München 2009, S. 130-151.
  • “Conversations about Taking our Own Lives – Oh, a Poor Expression for a Forced Deed in Hopeless Circumstances!” - Suicide Among German Jews 1933-1943, in: Leo Baeck Institute Yearbook 52 (2007), S. 247-265.
  • (zusammen mit) Morton Brandt, Peter Alheit, Frank Schömer, Nicole Wille, “Meine ganze Existenz soll sich in Schriftzügen auflösen”. Zur Kritik einer postmodernen Selbstkonstruktion, in: Hans Rüdiger Müller (Hg.), Die Kunst der Benennung. Autobiographische Bildungsforschung am Beispiel von Hans-Joseph Ortheils Essay ‘Das Element des Elephanten’, Göttingen 2005, S. 47-65.