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Samuel Hahnemann Krankenjournal D16

Krankenjournal D16 (1817-1818). Transkription und Kommentar von Ulrich Schuricht.
K.F. Haug-Verlag: Heidelberg 2004, 2 Bde. (nur geschlossen beziehbar), 994 Seiten + 299 Seiten.
ISBN 3-8304-7164-5, EUR 99,00


Das 16. Krankenjournal ist ein marmorierter Pappband mit Lederrücken. Es befindet sich im Besitz des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart (Signatur: D 16). Es zeigt mäßige Gebrauchsspuren und gelegentliche Tintenflecke, insbesondere auf den Seiten 462 bis 466. Die letzte Seite wurde scharf herausgetrennt und ist nicht erhalten. Der Buchrücken trägt die Aufschrift „Journal Oct.“ Der Buchblock hat die Maße 16,7 x 19,9 x 3,5 cm. Mit Einband beträgt das Format 18,5 x 20,6 cm, die Dicke beträgt 4,4 cm.

Auf der Innenseite des Umschlages steht der Eigentumsvermerk von Hahnemanns zweiter Frau Mélanie:
16. / Dieser Band (der sechzehnte) beginnt / mit dem 3 October / 1817 und endet mit / dem 29 August 1818 / Marie Mélanie Hahnemann D´Hervilly.

Das Journal umfaßt den Zeitraum vom 3. Oktober 1817 bis zum 29. August 1818 und enthält 558 Seiten, wovon 556 durchgehend von einem anderen Schreiber als Hahnemann nachträglich paginiert sind, da sich die Seitenzahlen auf engbeschriebenen Seiten dem bereits vorhandenen Text anpassen und deshalb teilweise in der Größe variieren. Auch verweist Hahnemann auf vorhergehende Eintragungen zu einem Patienten mit Hilfe des Datums und nicht mit der Seitenzahl. Bei der Paginierung unterlief dem Schreiber ein Fehler, indem er die auf die Seite 231 folgende Seite mit der Zahl „233“ versah, den Fehler jedoch bemerkte und die zwei darauffolgenden Seiten mit der Zahl „234“ bezeichnete, die in der Transkription mit „234 [a]“ und „234 [b]“ gekennzeichnet wurden. Auf den paginierten Seiten befinden sich neben einigen Literaturzitaten insgesamt 1994 patientenbezogene Einträge.

Mit Ausnahme zweier kurzer mit Bleistift notierter Ergänzungen hat Hahnemann durchgehend mit Tinte geschrieben. Die Schrift ist sehr klein mit einer durchschnittlichen Höhe von 2 bis 3 mm inklusive der Oberlängen und kann bis auf die Paginierung und den Text auf der Innenseite des vorderen Buchdeckels durchgehend Hahnemann zugeordnet werden.

Die Lesbarkeit ist bis auf wenige durch Tintenflecke unleserlich gewordene Stellen nach einer Eingewöhnung durchaus gegeben. Hahnemann verwendet überwiegend die deutsche Kurrentschrift. Die lateinische Schrift wird benutzt bei Eigennamen, Arzneimittelnamen und -dosisangaben, einigen Monatsangaben, anatomischen Strukturen, Termini und Symptomen sowie bei einigen Häufigkeitsangaben (bis, ter usw.). In mißverständlichen Konstellationen ist die Schriftart in einer Fußnote vermerkt.
Hahnemann verwendet in einigen Fällen kleine Skizzen, um das Aussehen von Krankheitserscheinungen wie Hautausschlägen, Gewebefragmente oder Gelenkskontrakturen festzuhalten. Diese Zeichnungen werden in der Transkription nicht wiedergegeben, sondern es erfolgt eine Angabe der Lokalisation auf der Seite und eine Beschreibung in einer Fußnote.

Eine häufig benutzte Flüchtigkeitsendung in Form eines nach unten links ausgezogenen Bogens wurde ohne weitere Erläuterung sinngemäß zu -e, -em, -men, -en, -n, -ich oder -iche aufgelöst. Steht nach der Flüchtigkeitsendung ein Abkürzungspunkt, erscheint die Auflösung der Flüchtigkeitsendung in eckige Klammern vor den Punkt gesetzt. Ebenso wurde bei allen anderen eindeutigen Abkürzungen mit Ausnahme der Arzneimittelbezeichnungen und der Monatsangaben verfahren.

Die Apothekerzeichen wurden, wenn ein Zeichen einem Arzneimittel entspricht, gemäß den Editionsrichtlinien in Abkürzungen in eckigen Klammern wiedergegeben. Die Abkürzungen wurden gemäß einem derzeit international häufig gebrauchten homöopathischen Repertoriums verwendet.

Bei der Kombination mehrerer Apothekerzeichen oder eines Apothekerzeichens mit einer anderen Arzneimittelbezeichnung wurden die Zeichen einzeln gemäß Hahnemanns Apothekerlexikon aufgelöst und in eckige Klammern gesetzt. Im Kommentarteil wird, soweit vorhanden, die moderne Nomenklatur der Arzneimittelnamen benutzt. Die weiteren in Form von Apothekerzeichen notierten Termini wie Unze, Quentchen, pulvis usw. wurden ebenfalls aufgelöst und in Klammern gesetzt. Potenzangaben in Form römischer Zahlen erscheinen in der Transkription als in eckige Klammern gesetzte C-Potenzangaben.

Jeder Eintragung wurde in der Transkription eine Angabe der Seitenzahl im Journal und des Datums der Eintragung vorangestellt. Zum besseren Verfolgen einer Krankengeschichte im Journal wird am Ende jeder Eintragung auf Seitenzahl und Datum der Folgeeintragung, soweit vorhanden, verwiesen. Bei jeder Folgeeintragung ist nach den Personalien Seitenzahl und Datum des Voreintrags angegeben.

Ulrich Schuricht