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Dr. phil. Sabine Herrmann

Kurzbiografie
Sabine Herrmann studierte Ägyptologie, Altorientalische Philologie und Klassische Archäologie in Würzburg und Tübingen. Es folgten Forschungsaufenthalte in Berlin (Vorderasiatisches Museum), Paris (Musée du Louvre), London (British Museum) und Philadelphia (University Museum). Nach ihrer durch die Studienstiftung des deutschen Volkes geförderten Promotion (2007) war Sabine Herrmann als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Tübingen tätig. Von April bis September 2010 folgte ein sechsmonatiger Forschungsaufenthalt am Deutschen Studienzentrum in Venedig. Sabine Herrmann war Stipendiatin der Thyssen Stiftung (2010-2012) und Postdoktorandin am DFG-Graduiertenkolleg „Expertenkulturen vom 12.-18. Jahrhundert“  an der Universität Göttingen (2013-2015).
Aktuelle Projekte
Das osmanische Gesundheitswesen in den Berichten venezianischer Konsulatsärzte

In der Zeit der Osmanischen Expansion lässt sich in der Seerepublik Venedig eine verstärkte Auseinandersetzung mit islamischer Geschichte, Kultur, Wissenschaft und Sprache beobachten. Die Gründe für diese im frühneuzeitlichen Europa einzigartige Beschäftigung mit der arabischen Wissenschaft ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass Venedig durch die weitreichenden Handelsverbindungen nach Rom und nach Zypern, die Levante oder die Neue Welt ein wichtiges Zentrum interkultureller Transferprozesse darstellte. Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit wurden in der wohlhabenden Lagunenstadt nicht nur Waren aus dem Orient sondern auch seltene exotische materia medica gehandelt. Bisher hat in der Forschung jedoch nur am Rande Beachtung gefunden, auf welche Weise venezianische Heilkundige, die vor allem als Konsulatsärzte (medici di condotta) die Länder der Levante bereisten, ihr Umfeld und die osmanische Medizin wahrnahmen und interpretierten. Jene reisenden Ärzte berichteten nach ihrer Rückkehr in die Lagunenstadt ausführlich über ihre Eindrücke und übernahmen auch medizinische Handlungsanweisungen der arabischen Volksmedizin. Dieses Projekt sammelt und analysiert daher erstmals unabhängig von ihrer publizistischen Verbreitung gedruckte Werke, Chroniken und Traktate, die sich mit der Tätigkeit der venezianischen Konsulatsärzte im 15., 16. und 17. Jahrhundert beschäftigen. Die historische Darstellung fokussiert in diesem Zusammenhang eine kulturanthropologische Perspektive, bei der die Wechselwirkung der christlich bzw. osmanisch geprägten Kulturen im Vordergrund steht.

Monographien
  • Vogel und Fisch – Ein sumerisches Rangstreitgespräch. Textedition und Kommentar. Philologia 145, Hamburg 2010.
  • Die Korrespondenz von Francesca Buschini – Zeugnisse eines Frauenlebens in Venedig Ende des 18. Jahrhunderts [circa 250 Seiten, erscheint voraussichtlich Ende 2010/Anfang 2011].
  • Giacomo Casanova und die Medizin des 18. Jahrhunderts, Stuttgart 2012 (MedGG Beih. 44).
  • Tomaso Rangone (1493-1577): Arzt, Astrologe und Mäzen im Italien der Renaissance, Göttingen 2016 (im Druck)
Aufsätze
  • Eine Diagnose der Bubonenpest im Papyrus Ebers 877 (109,18-110,9), Göttinger Miszellen 218, 2008, 45-48.
  • I3d.t und di'u. Die "Seuche des Jahres", Göttinger Miszellen 219, 2008, 37-39.
  • Zur Patientensicht im Alten Ägypten, Medizin, Gesellschaft und Geschichte 27, 2008, 9-30.
  • Casanova's last tooth and late 18th century dentistry, Intermédiaire des Casanovistes XXV, 2008, 1-9.
  • Griechische und altorientalische Rangstreitgespräche, Saeculum 60, 2008, 201-212.
  • Eine medizingeschichtliche Anmerkung zur demotischen "Geschichte des Bes", Göttinger Miszellen 221, 2009, 19-25.
  • Eine Diagnose der Onchocercose beim griechischen Geographen Agatharchides, Mitteilungen der Sudanarchäologischen Gesellschaft zu Berlin e. V. 20, 2009, 183-186.
  • Christian Carl Andrés Bearbeitung der Histoire de ma Fuite, Germanisch-romanische Monatsschrift 60, 2010 (im Druck).
  • Orient trifft Okzident. Zur Entwicklung des literarischen Motivs des "Eidbruchs" in altorientalischen, ägyptischen und griechischen Fabeln, Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik 172, 2010, 43-49.
  • Landestypische Krankheiten in der Description de l'Egypte, Studien zur altägytischen Kultur 60, 2010 (im Druck).
  • References to the Peruvian Bark in late 18th Century correspondence (erschient Ende 2010).
  • Die seltsame Krankheit ophis bei Rufus von Ephesus, Göttinger Miszellen 225, 2010, 67-70.
  • G. A. Righelini comme auteur médical, Intermédiare des Casanovistes 28, 2011.
  • Soins médicaux dans les prisons de Vénice, Intermédiaire des Casanovistes 28, 2011.
  • Monthemhat, der Stadtgraf von Theben, Sokar 23, 2011.
  • Come i Veneziani possano sempre vivere sani, Notiziario dell’associazione nobiliare
    regionale veneta 3, 2011.
  • Francesco Antonio Algardi, le médecin qui sauva la vie à Giacomo Casanova, Intermédiaire
    des Casanovistes 29, 2012 (im Druck).
  • Die Inschriften im Grab des Monthemhat, in: Ingrid Gamer-Wallert (Hrsg.), Das Grab des Monthemhat (Österreichische Akademie der Wissenschaften 2012; im Druck).
  • Some remaks on Marr 16C18, Intermédiaire des Casanovistes 29, 2012 (im Druck).
  • Francesco Antonio Algardi, le médecin qui sauva la vie à Giacomo Casanova, Intermédiaire des Casanovistes 29, 2012.
  • Die Inschriften im Grab des Monthemhat, in: Ingrid Gamer-Wallert (Hrsg.), Das Grab des Monthemhat. Der zweite Lichthof, Wien 2012, 117-124.
  • Some remaks on Marr 16C18, Intermédiaire des Casanovistes 29, 2012.
  • Tomaso Rangone (1493-1577): ein italienischer Arzt und seine Bibliothek, Sudhoffs Archiv 97, 2012.
  • Giovan Pietro da Cemmos Annunciazione: eine Rezeption altägyptischer Kunst in der italienischen Hochrenaissance ?, Göttinger Miszellen 240, 2014.
  • Ein Preuße in Venedig: Der Botaniker Melchior Wieland (ca. 1520-1589), Pionier der botanischen Feldforschung in der Levante, Sudhoffs Archiv 99, 2014.
  • Woher stammt die Bubonenpest? Etymologisch-medizinhistorische Anmerkungen zu gr. Boubón, Glotta 91, 2015.
Sonstige Beiträge
Die Inschriften im Grab des Monthemhet (DFG-Projekt von Frau Prof. I. Gamer-Wallert; Abschluss des Projekts Ende 2010).