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Geschlechtsspezifischer Arzneimittelkonsum ca. 1800-1950

Dr. Annika Hoffmann
Kernfrage des Projekts ist, wie sich der Arzneimittelkonsum von Männern und Frauen im Zeitraum 1800 bis 1950 entwickelte. Informationen zum geschlechterspezifischen Arzneimittelkonsum lassen sich aus Rezeptkopierbüchern gewinnen. Dabei handelt es sich um Register, in die Apotheker täglich eintrugen, welche Rezepturen (also Arzneimittelzubereitungen) sie für wen angefertigt haben.

Bislang wurden die beiden längsten Reihen von Rezeptkopierbüchern ausgewertet, die für den deutschsprachigen Raum bekannt sind, und die beide aus Norddeutschland stammen. Die Stichproben umfassen zum einen 14.000 ausgewertete Rezepte der königlich privilegierten Apotheke Kellinghusen aus den Jahren 1848-1918 und zum anderen 26.000 Arzneimittelanfertigungen der Suwe’schen Apotheke in Lübeck aus dem Zeitraum 1850-1900.

Neben zentralen Aussagen zum Wandel des geschlechterspezifischen Arzneimittelkonsums können wir den Apothekenregistern Informationen zu zahlreichen anderen sozialgeschichtlichen Fragen der Medizin und Pharmazie entnehmen. In einem weiteren Schwerpunkt des Projekts wird beispielsweise untersucht, ob es Unterschiede in der Art der an Frauen und Männer abgegebenen Arzneimittel gab. Hierzu werden in die Rezeptkopierbücher eingetragenen Rezepturen ausgewertet.