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Von der „Knochenmühle“ in die „Rentenquetsche“ – Unfallopfer in Kaiserreich und Weimarer Republik zwischen Prävention, Unfallerfahrung und Folgenbewältigung

Sebastian Knoll-Jung, M. A.

Für die Arbeiter des deutschen Kaiserreichs und der Weimarer Republik gingen mit der Industrialisierung starke gesundheitliche  Belastungen einher, die den Staat vor entscheidende sozialpolitische Herausforderungen stellten.

Die Unfallversicherung von 1886 war eine frühe Antwort hierauf. Während deren Gesetzgebungsprozess historisch gut erforscht ist, fehlt es fast gänzlich an einer dezidierten Untersuchung der Betroffenenperspektive. Die Sicht der Unfallopfer ist auf Basis der Auswertung von Ego-Dokumenten, vor allem Arbeiterautobiographien, in der Arbeiterpresse veröffentlichten Berichterstattungen aus den Betrieben sowie von Briefen und Aussagen aus den Akten der Unfallversicherung, Gegenstand dieses Dissertationsprojekts.

Das komplexe Themengebiet wird in drei übergeordnete Kapitel unterteilt, die Prävention, genauer gesagt die Unfallverhütung, das Unfallereignis, worin die Ursachen, Unfallarten und die individuellen Unfallerfahrungen untersucht werden, und zuletzt die Folgenbewältigung, die sowohl gesundheitliche Rehabilitation als auch die soziale Problematik und vor allem die finanzielle Entschädigung behandelt. In diesem Rahmen werden Erfahrungen, Wahrnehmungen und Handlungsspielräume der Unfallopfer sowie das gesellschaftspolitische Konfliktpotential erforscht.

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