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Gesundheit und Migration in Selbstzeugnissen deutscher Auswanderer 1830-1930

Das Ziel dieses Habilitationsprojekts (Bearbeiter: Jens Gründler, M.A.) ist es, Wahrnehmungen von Gesundheit und Krankheit sowie „medikale Praktiken“ deutscher Auswandererinnen und Auswanderer in die USA zu analysieren. Seit dem 18. Jahrhundert wanderten Menschen aus dem deutschsprachigen Raum nach Nordamerika aus. Aber erst im 19. Jahrhundert entwickelte sich daraus eine Massenbewegung. Die Gründe für die Migrationen waren vielfältig und reichten von religiöser Verfolgung bis hin zum Streben nach Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Unabhängig von den Motiven der Auswanderung mussten sich die Migranten gerade auch im Bereich von Gesundheit und Krankheit einer Vielzahl von Herausforderungen stellen. Vielfach mussten die traditionell erlernten Praktiken den neuen Umständen angepasst werden und man war gezwungen, sich im medizinischen System der USA zurechtzufinden. Gleichzeitig wurden aber die althergebrachten Formen der Gesundheitsfürsorge und Krankheitsvorsorge bewahrt und weitergegeben. Diesen Kontinuitäten und Veränderungsprozessen in ihrem sozio-kulturellen Kontext in den Herkunfts- und Aufnahmeregionen sollen im Forschungsprojekt besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Als Quellen dienen Briefe und Briefserien, autobiographische Berichte und Tagebücher. Mit ihrer Hilfe sollen der alltägliche Umgang mit und die Thematisierung von Gesundheit und Krankheit durch die Betroffenen sowie deren ‚Anpassungsprozesse‘ rekonstruiert und in ihrem medizinischen, sozialen und kulturellen Kontext verortet und analysiert werden.

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