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Gesundheit und Krankheit jüdischer Migrantinnen und Migranten aus Osteuropa in Deutschland

Das Promotionsvorhaben (Bearbeiterin: Aline Braun) soll einen Beitrag leisten zum Verständnis der Lebenswirklichkeit von ausgewanderten Jüdinnen und Juden aus Osteuropa in der Zeit der Weimarer Republik in Berlin. Seit dem Ende des 19. Jahrhundert verstärkte sich die jüdische Migrationsbewegung aus Osteuropa in deutschsprachige westliche Gebiete. Die Gründe zur Flucht aus Osteuropa waren neben der ökonomisch oft hoffnungslosen Lage, politischer Unterdrückung und Ausgrenzung sowie religiöser Verfolgung auch die immer wieder auftretenden Pogrome. Wie die Wohnsituationen und der Alltag dieser eingewanderten Jüdinnen und Juden im Einzelnen aussah und mit welchen Veränderungen sie konfrontiert wurden soll Teil des vorliegenden Projektes sein, das sich in seiner Zielsetzung der Analyse der Praktiken und Wahrnehmungen von Gesundheit und Krankheit jüdischer Migrantinnen und Migranten aus Osteuropa, im Speziellen aus Russland, in Berlin zu Zeiten der Weimarer Republik widmet. Folgende weitere Themenkomplexe werden erkenntnisleitend sein:
  • Migrationserfahrung und Gesundheit
  • Praktiken, Erfahrung und Wahrnehmung von Gesundheit und Krankheit
  • Jüdische Hilfsmaßnahmen

Erfahrungen und Umgang mit dem deutschen Gesundheitssystem
Insbesondere sollen Erfahrungsberichte zu Alltag, Krankheit, Pflege und In-Anspruchnahme von Hilfsmaßnahmen ausgewertet werden. Dies soll auf Grundlage von Recherchetätigkeiten in verschiedenen Archiven und der Analyse der schriftlichen Quellen von Briefen, Tagebüchern und Autobiographien, aber auch anhand von institutionellen Quellen, sowie Artikeln in Zeitungen/Zeitschriften aus der Zeit zwischen 1918 und den 1930er Jahren gewährleistet werden. Wichtige Quellen für das vorliegende Promotionsprojekt befinden sich im Archiv der Stiftung „Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum“, im Landesarchiv Berlin, in den Central Archives for the History of the Jewish People in Jerusalem, im Archiv des YIVO Institute for Jewish Research in New York City, im Rossiskij gosudarstvennyi voenny archiv in Moskau (RGVA), im Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis, Amsterdam (IISG) und eventuell im jüdischen historischen Institut in Warschau.

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