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Begutachtung, Therapie und Entscheid. Die Innsbrucker Kinderbeobachtungsstation im lege-artis-Vergleich ihrer Diagnoseverfahren, ihrer Behandlungsmethoden und Begutachtungspraxis

Im Zuge der österreichischen Debatten über Missstände in der Fremdunterbringung von Kindern und Jugendlichen während der Nachkriegszeit kam auch die Innsbrucker Kinderbeobachtungsstation in den Fokus des öffentlichen Interesses. Im Auftrag der Tiroler Landesregierung und der Tiroler Landeskrankenanstalten wird diese heilpädagogisch-kinderpsychiatrische Station unter Leitung der Psychiaterin und Heilpädagogin Maria Nowak-Vogl im Zeitraum von 1954 bis 1987 untersucht. Dazu werden 10 Prozent der insgesamt 3.650 Krankenakten untersucht. In den Blick genommen werden u. a. die Diagnose bei der Einweisung, durchgeführte Therapien (Medikation) bzw. heil-/pädagogische Betreuung sowie verhaltenstherapeutische Maßnahmen (Beispiel „Klingelmatratze“) und schließlich die Begutachtungspraxis. Daneben wird die zeitgenössische Fachliteratur ausgewertet. Der dritte Untersuchungsgegenstand betrifft die Entstehung und zeitliche sowie räumliche Ausbreitung der Kinderbeobachtungsstationen im deutschsprachigen Raum. Das Projekt bietet die Möglichkeit, eine vor allem in der Zeitgeschichte bislang wenig untersuchte Gruppe – Kinder und Jugendliche – in den Fokus zu nehmen.

Bearbeiterin: Dr. Sylvelyn Hähner-Rombach
Das Projekt ist mittlerweile abgeschlossen, die Veröffentlichung steht noch nicht fest.