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Dr. phil. Christoph Schwamm

Kurzbiographie
Geb. 1985, Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Englischen Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau und der University of Nottingham, England. Abschluss mit dem Magister Artium im Juli 2012. Von Oktober 2012 bis März 2016 Promotionsstipendiat am Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung zur Bearbeitung des Themas „Psychische Erkrankung von Männern in der Bundesrepublik Deutschland 1949-1990. Von Oktober 2012 bis Juli 2017 Doktorand an der Philosophischen Fakultät der Universität Mannheim. Promotion zum Dr. phil. 2018.
Von November 2016 bis Dezember 2018 Forschungsstipendiat am Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung mit dem Thema: „Männer als Pflegekräfte in Deutschland ca. 1880-2010“
Seit Januar 2019 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung Stuttgart.
Forschungsschwerpunkte:
  • Geschichte der psychischen Krankheit und Gesundheit
  • Geschlechtergeschichte mit Schwerpunkt Männlichkeiten
  • Zeitgeschichte der Medizin und Gesundheit
  • Pflegegeschichte
Aktuelle Projekte
Männer in der Pflege im 20. Jahrhundert
So spärlich erforscht das Thema nach wie vor ist, eines bleibt so klar wie überraschend: Aus historischer Sicht kann von Pflege als einem Frauenberuf keine Rede sein. In allen einschlägigen vormodernen Texten erscheinen Männer als Pfleger, und dies keinesfalls als kuriose Ausnahme. Erst sehr viel später, mit der Entstehung der professionellen Pflege seit Mitte des 19. Jahrhunderts, wurde der Beruf zur „Frauensache“, allerdings nur auf der Diskursebene.
Tatsächlich verschwanden männliche Krankenpfleger nie aus den Krankenhäusern und Pflegeanstalten. Weitgehend unerforscht ist, wie es dieser Minderheit in den vergangenen 150 Jahren ergangen ist. Wie viele Männer pflegten berufsmäßig in dieser Zeit? In welchen Bereichen wurden sie eingesetzt? Aus welchen Verhältnissen stammten sie? Erlebten sie Diskriminierung und Stigmatisierung aufgrund ihres Geschlechts? Oder hatten sie durch ihr Geschlecht vielmehr einen Vorteil ihren Kolleginnen gegenüber? In welchem Verhältnis standen sie zu Kolleginnen, Patienten, Angehörigen und Ärzten?
Als Quellen dienen Berufsstatistiken, Veröffentlichungen der Berufsorganisationen und Gewerkschaften wie beispielsweise deren Verbandszeitschriften, Berichte sowie Lehr- und Sachbücher von einzelnen Akteuren. Aus diesen lassen sich Angaben zur Anzahl männlicher Pfleger und ihren Einsatzschwerpunkten ziehen. Sie dienen darüber hinaus der Rekonstruktion von allgemeinen Entwicklungen und Konflikten in Bezug auf die Männer innerhalb der Organisationen. Weitere Quellen helfen bei der Erschließung des Alltags der Krankenpfleger. Hierzu sollen Archivbestände von Kliniken und Gesundheitsämtern ausgewertet werden. Neben Personalakten finden sich darin Programme und Teilnehmerlisten von Fortbildungsveranstaltungen, Anträge auf Gewährung von „Taschengeldern“, Gehaltslisten sowie Dokumente, die Auskunft über die Art der Unterkunft und Verpflegung geben können.
 
Monographien
  • Irre Typen? Männlichkeit und Krankheitserfahrung von Psychiatriepatienten in der Bundesrepublik 1948-1993. (= Medizin, Gesellschaft und Geschichte; Beiheft 68) Stuttgart 2018.
Vorträge
  • „Die Pflege erfordert ein normales Maß an männlicher Härte.“ Das Unbehagen an männlichen Pflegekräften im „Modernen Frauenberuf“, ca. 1965 – 1975, Veranstaltungsreihe „Pflege in historischer und ethischer Perspektive“, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Universität Heidelberg  14.11.2018.
  • „Es müssen möglichst viele Männer gewonnen werden, anders ist dem Mangel nicht abzuhelfen.“ Krankenpfleger im Pflegenotstandsdiskurs der 1960er Jahre, Fachgesellschaft Pflegegeschichte e. V. in Bielefeld, 14.07.2018.
  • Männer in der Pflege. Historische Perspektiven auf eine widerkehrende Debatte, Netzwerktreffen 2018 des Netzwerks Männergesundheit, Stuttgart, 03.03.2018.
  • „Every male nurse must withdraw from basic care.“ The construction of masculinities during the desegregation of nursing organisations in West Germany ca. 1960-1975, Tagung „Marketplace, Power, Prestige: The Healthcare Professions‘ Struggle for Recognition. Developments, Conflicts, and Areas of Tension among Healthcare Professions in the Twentieth Century, Institut für Geschichte der Robert Bosch Stiftung  Stuttgart, 17.11.2017.
  • Männer in der Pflege im 20. Jahrhundert, Arbeitskreis Geschichte nichtärztlicher Gesundheitsberufe nach 1945, Institut für Geschichte der Robert Bosch Stiftung Stuttgart, 1.11.2016.
  • Zusammen mit Anne Gnausch: Generationenkonflikt, Drogen und Moralpanik in der Psychiatrie der 1920er und 1960er Jahre, 34. Stuttgarter Fortbildungsseminar, Institut für Geschichte der Robert Bosch Stiftung,  Stuttgart, 09.04.2015.
  • Westdeutsche Männer in stationärer Psychotherapie bis 1990. Tagung „Angstbeißer, Trauerkloß, Zappelphilipp? Seelische Gesundheit bei Jungen und Männern,“ Universität Düsseldorf, 20.09.2014.
  • Gewalt, Gesundheit, Männlichkeiten. Jungen und Männer in der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg 1953-1963, Tagung „Gesellschaft und Psychiatrie in Österreich 1945-1970“, Verein für Sozialgeschichte der Medizin, Krems, 21.06.2014.
  • Zur Compliance von männlichen Patienten der psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg im Kontext normativ-männlicher Gesundheitsideale 1953-1993, 33. Stuttgarter Fortbildungsseminar: „Normalität und Medizin. Normen. Normalität und Devianz in der Sozialgeschichte der Medizin“, Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung Stuttgart, 09.04.2014.
  • Tertiärprävention von psychisch kranken Männern im Spannungsfeld von Männlichkeiten in der Psychiatrischen Uniklinik Heidelberg zwischen 1953 und 1963, 13. Arbeitskreis Sozialgeschichte der Medizin: „Akteure, Praktiken und Instrumente. Geschichte der Prävention von Krankheiten und Unfällen seit der Weimarer Republik“, Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung Stuttgart, 16.12.2013.
  • Die Geschichte psychischer Erkrankungen von Männern in der Bundesrepublik Deutschland. Probleme, Quellen, Fragestellung, Institutskolloquium, Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung Stuttgart, 13.06.2013.
     
Rezensionen
  • Historia Hospitalium. Jahrbuch der Deutschen Gesellschaft für Krankenhausgeschichte 30 (2016/17), Themenheft: Geschichte der Pflege im Krankenhaus, hg. von Karen Nolte / Florian Bruns / Christina Vanja / Fritz Dross. In: Virus. Beiträge zur Sozialgeschichte der Medizin 17 (2018).