Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Dr. Markus Wahl
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Abschluss des Bachelorstudiums „Lehramt für allgemeinbildende Schulen“ in den Fächern Geschichte und Gemeinschaftskunde (Politik/ Wirtschaft/ Recht) an der Technischen Universität Dresden im Jahr 2011. Von 2012 bis 2013 Masterstudium für Zeitgeschichte an der University of Canterbury, Neuseeland. Anschließend viermonatiges Praktikum am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung in Dresden. Ab September 2013 dreijähriges Stipendium der University of Kent in Großbritannien für das Dissertationsprojekt „Medical Memories and Experiences in Postwar East Germany, 1945-1961”. Promotion zum Ph.D. 2017.
Seit Januar 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung Stuttgart.

Forschungsschwerpunkte:

  • Sozialgeschichte der Medizin
  • Patienten- und Medizingeschichte der Deutschen Demokratischen Republik
  • Medizinethik in der Deutschen Demokratischen Republik/ im Kalten Krieg
  • Memory Studies

„Deine Gesundheit, unser Staat“
Patienten mit Alkoholabhängigkeit, Diabetes und Geschlechtskrankheiten in der Deutschen Demokratischen Republik

In der Legitimationsstrategie der DDR gegenüber der BRD und dem Westen spielte das Gesundheitswesen eine enorme Wichtigkeit. In den Aussagen des Ministeriums für Gesundheitswesen wurde vor allem der staatliche Charakter der medizinischen Betreuung als vorteilhaft gegenüber dem privatwirtschaftlichen System der BRD hervorgehoben. Der ehemalige Gesundheitsminister Ludwig Mecklinger ging in seiner Rede auf einer Tagung der Kreisärzte im Jahre 1981 sogar so weit zu konstatieren, dass „[i]n der Begegnung mit dem Gesundheits- und Sozialwesen […] für den Bürger der Sozialismus Name, Gesicht und Adresse“ hat. Diesen Beschreibungen folgend, ist das Anliegen der Habilitationsarbeit, eine Sozial- und Patientengeschichte auf der Mikroebene zu entwickeln, welche sich konkret mit den Auswirkungen des politischen und gesellschaftlichen Anspruches eines sozialistischen Gesundheitswesens auf die Realität und damit auf die Erfahrungen der Patienten mit Diabetes, Geschlechtskrankheiten und Alkoholabhängigkeit in den ostdeutschen Behandlungsräumen – und hier vor allem der Städte und Bezirke Dresden und Rostock – auseinandersetzt. Die Analyse dessen stützt sich auf Korrespondenzen, Berichte, Egodokumente und Ausstellungsmaterialien aus privaten und öffentlichen Institutionen und Archiven sowie populäre Literatur, um in den Mikrokosmos der verschiedenen Akteure im sogenannten Arzt-Schwester-Patienten Verhältnis und dessen Umfeld in der DDR vordringen zu können.