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Dr. phil. Jens Gründler
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Studium der Geschichte und Politikwissenschaften in Trier, Magister Artium
 2004, danach wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich 600 „Fremdheit und Armut – Wandel von Inklusions- und Exklusionsformen von der Antike bis zur Gegenwart“ in Trier, ab März 2007 im Teilprojekt B4 „Armut und Armenpolitik in europäischen Städten im 19. und 20. Jahrhundert“. Von November 2006 bis März 2007 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in London.

Abgeschlossenes Promotionsverfahren an der Universität Trier, Thema: Armut und Wahnsinn. ‚Arme Irre‘ und ihre Familien im Spannungsfeld von Psychiatrie und Armenfürsorge in Glasgow, 1875-1921.

Seit Januar 2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung. Seit März 2016 freier Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung.

Juni 2016 bis August 2017 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Neuere/Neueste Geschichte der Universität Tübingen zur Antragstellung im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes.

Seit September 2017 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte.

Forschungsschwerpunkte:

  • Migration und Gesundheit
  • Migrationsgeschichte
  • Sozialgeschichte der Deutschen Migrantinnen und Migranten in den USA im 19. und 20. Jahrhundert
  • Sozialgeschichte der Psychiatrie
  • Sozialgeschichte Großbritanniens im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Gesundheit und Krankheit in Selbstzeugnissen deutscher Auswandererinnen und Auswanderer, 1830-1930

Im Projekt werden Praktiken und Wahrnehmungen von Krankheit und Gesundheit deutscher Migranten in den USA im Zeitraum zwischen 1830 und 1930 betrachtet. Für die sozialhistorische Analyse werden insbesondere Ego-Dokumente – Briefe, Tagebücher, autobiographische Texte und (Auto-)Biographien – herangezogen, um die Perspektiven der Einwanderer zu erschließen, den Blick von der institutionellen und amtlichen Ebene durch den Blick von ‚unten‘ zu ergänzen und hinterfragen.
Die Quellen werden auf zwei Ebenen untersucht. Einerseits werden die Ego-Dokumente hinsichtlich ihrer Aussagen zu Gesundheit und Krankheit geprüft, um deren Funktion in der Kommunikation nach Hause aber auch für die Konstitution/Konstruktion des Selbst der Autoren zu analysieren. Von Bedeutung sind in diesem Zusammenhang auch der zeitliche Abstand des Schreibenden zu den Ereignissen sowie die gesellschaftlichen Veränderungen, die die Erinnerung strukturieren. Andererseits werden aus den Quellen Verhaltensweisen und Wahrnehmungen entnommen, die Einblicke in das alltägliche Leben der Migranten, auf Gesundheitsverhalten und ‚sickness coping‘ gestatten.
Gemeinsam erlauben diese Perspektiven den Zusammenhang von Migration und Gesundheitspraktiken und -wahrnehmungen zu beschreiben, die Auswirkungen und Folgen von Migration auf Gesundheitsverhalten und Krankheitsbewältigung zu analysieren sowie Muster von Anpassung und Integration deutscher US-Auswanderer in ihrer zeitlichen Bedingtheit und Periodizität zu beschreiben.