40 Years of Cardiosurgery

Congratulations: 40 years of heart surgery at the Robert Bosch Hospital

 

For a long time, the heart was considered inoperable. The risk was too great and such an operation took too long if you wanted to operate on an anaemic organ. In 1896, the surgeon Ludwig Rehn (1849-1930) performed the first successful suture of a cardiac stab wound. With the development of the heart-lung machine from 1953, the conditions were finally created for ‘open-heart surgery’. Cardiac surgery then became established in Germany. In 1971, the German Heart Centre was opened in Munich. Since 1992, the discipline has been a separate speciality according to the medical training regulations.

Das Robert Bosch Krankenhaus (RBK) verfügte seit seiner Eröffnung im Jahr 1940 über modern ausgestattete Operationssäle. Auch beim Neubau auf dem Burgholzhof waren 1973 die Entwicklungen der Medizin berücksichtigt worden. Allerdings bemerkte man innerhalb der Krankenhausführung und der Robert Bosch Stiftung als Trägerin der Einrichtung, dass sich die Ausdifferenzierungen der medizinischen Spezialfächer sowie die Anforderungen an technische Ausstattungen stetig beschleunigten. So begann man bereits Ende der 1970er Jahre, Überlegungen zu einem Ausbau des RBK anzustellen. Bei den Planungen war man jedoch aufgrund der eingeführten gesetzlichen Regelungen und staatlichen Steuerungen durch den Krankenhausbedarfsplan nicht mehr so frei wie in der Vergangenheit. Eine Bestandsaufnahme von 1982 zeigte, dass insbesondere die Chirurgie in der damaligen Größe und mit dem geringen Spezialisierungsgrad kaum noch in der Lage war, die notwendigen Ergänzungen für das leistungsstarke Zentrum der Inneren Medizin zu erbringen. Zugleich wies der Ärztliche Direktor des RBK auf eine Lücke bei der Versorgung Herzkranker hin. Denn es zeigte sich, dass es immer schwieriger geworden war, „überhaupt für solche Patienten Operationsplätze und Termine zu bekommen“. Nach Beratungen mit dem Sozialministerium des Landes Baden-Württemberg teilte dieses 1983 mit, dass ein herzchirurgisches Zentrum „bedarfsgerecht“ sei und forderte die Stiftung auf, entsprechende Lösungsvorschläge zu erarbeiten. So beschloss die Gesellschafterversammlung die notwendigen Neu- und Umbaumaßnahmen für die Einrichtung der Herzchirurgie am RBK.
Im Oktober 1984 wurden bereits die ersten Operationen durchgeführt, allerdings zunächst in provisorischen Räumen. Kurze Zeit später war die neue Abteilung bis Ende 1985 ausgebucht. Das Team um Prof. Dr. Klaus-Dieter Hellberg führte in den nächsten Monaten fünf bis sieben Operationen in der Woche durch. 331 Operationen erfolgten am offenen Herzen mit Hilfe der Herz-Lungen-Maschine. Am 10. Oktober 1986 wurde das neue Gebäude für die Herzchirurgie offiziell eröffnet. Zehn Jahre später folgte eine Erweiterung, um den gestiegenen Bedarf zu decken. So konnte man 1998 feststellen, dass „die früher üblichen Wartezeiten für
herzchirurgische Eingriffe mittlerweile weitestgehend abgebaut“ seien. Im Jahr 2005 bezogen die herzchirurgischen Stationen neue Räumlichkeiten im RBK, womit eine Kapazitätserweiterung von Überwachungsplätzen in der interdisziplinären Intermediate-Care-Station verbunden war. Als Privatdozent Dr. Ulrich Franke 2007 die Nachfolge von Prof. Hellberg antrat, wurde damit eine Neuausrichtung der Abteilung vollzogen. Bereits zuvor erprobte minimal-invasive Operationsmethoden wurden systematisch umgesetzt und neue Verfahren eingeführt. Mit der Anzahl der durchgeführten Bypassoperationen ohne Herz-Lungen-Maschine am schlagenden Herzen zählte das RBK zu den Top 3 in Deutschland. Zugleich wurden interdisziplinäre Ansätze gefördert und in Kooperation mit Kardiologen und Anästhesisten beispielsweise seit 2008 das Programm des Transkatheter-Aortenklappenersatzes (TAVI) ausgebaut. Wenige Jahre später war das RBK unter den bundesweit zehn größten herzchirurgischen Kliniken und hatte seinen Ruf als Zentrum für minimal-invasive Herzchirurgie gefestigt. Aufgrund des Einsatzes für eine umfassende Versorgung von Patient:innen mit Herzschwäche erfolgte 2018 gemeinsam mit der Abteilung für Kardiologie die Zertifizierung als überregionales Zentrum für Herzinsuffizienz durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie und die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie. Zwei Jahre später konnte man sich über die Zertifizierung als Mitralklappen-Zentrum freuen. Seit Februar 2024 wird die Abteilung für Herz- und Gefäßchirurgie von Prof. Dr. Bartosz Rylski geleitet. Zu den Schwerpunkten gehören die Behandlung von Trikuspidalklappen-Insuffizienz, die Durchführung der technisch anspruchsvollen „Ross-OP“, die Verwendung modernster minimal-invasiver Operationsmethoden unter Nutzung eines DaVinci-Roboters oder spezielle Herzkatheteruntersuchungen. Außerdem gibt es im RBK Hybrid-Eingriffe mit zeitgleichem Einsatz von Bypass und Stent, einer Methode, die besonders älteren und schwächeren Patient:innen hilft. Letztere werden durch Studien begleitet, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen.

Operationssaal der Herzchirurgie 1986 (Quelle: RBSG-Archiv 5002-329)

Neues Gebäude der Herzchirurgie 1986 (Quelle: RBSG-Archiv 5002-329)